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Festlicher Glanz und eine jazzige Hommage

Gelungene Eröffnung der 35. Aachener Bachtage unter der neuen künstlerischen Leitung von Georg Hage in der Annakirche. Der junge Kantor bereichert die klassische Reihe auch mit zeitgenössischen Akzenten.

Von Lilia Felde-Ritz

Aachen. Die Aachener Bachtage bieten unter der neuen Federführung des jungen Kantors der evangelischen Annakirche, Georg Hage (29), eine Vielzahl von kontrastreichen Veranstaltungen, die mit Spannung erwartet werden. Auf das unkonventionelle Auftaktkonzert mit verjazzten Adaptionen der Bachschen Musik mit dem Helmut Lörscher Trio folgt nun Geistliches und Atmosphärisches, Solistisches und Experimentelles.

In der restlos besetzten Annakirche, die sich durch eine ausgewogene Akustik und die Weimbs-Orgel auszeichnet, erlebten die Besucher einen musikalischen Festgottesdienst und zugleich die Eröffnung der 35. Bachtage. „Wegweiser“ lautet inhaltlich das Motto bei allen sieben Veranstaltungen. Im Zentrum dieses Festgottesdienstes stand Bachs Kantate „Wo soll ich fliehen hin“ (BWV 5), interpretiert von drei Vokalsolisten, dem Aachener Bachverein und begleitet durch das Anna-Orchester unter der Leitung von Georg Hage.

Insgesamt kann man von einer wirklich gelungenen Veranstaltung sprechen: Auf die fugenartigen Eröffnungsklänge mit kontrapunktischem Gesang des gut geschulten Chores folgten mit Vokalsolisten besetzte Abschnitte. Am besten gelang die Interpretation der 5. Aria mit dem Solisten Stephan Saus. Er überzeugte durch seine offen und souverän klingende Bassstimme. Auch das Anna-Orchester spielte dynamisch differenziert und rhythmisch gut artikuliert auf, bereichert wurde die Arie durch feine Trompetensoli. Hage agierte hochkonzentriert mit sprechender Schlagtechnik und hatte seine Musiker jederzeit fest im Griff. Den Ausklang rundete der Choral von J. S. Bach aus der Kantate BWV 75 ab.

AZ, 18.11.2008