Aachener Bachtage

Mit dem überregional bedeutenden Musikfestival Aachener Bachtage, initiiert 1974 von Johannes Geffert, setzt der Aachener Bachverein zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde als Veranstalter jeweils am Jahresende einen künstlerischen Schwerpunkt. Die Konzertreihe stellt die Werke Johann Sebastian Bachs in einen musikgeschichtlichen wie außermusikalischen Kontext. Mit Barock- und Kammermusik, Kantaten und Oratorien, Orgelmusik und Orchesterkonzerten, Jazz-Improvisation und Avantgarde bieten die Aachener Bachtage alljährlich ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Musikprogramm.

Als künstlerischer Leiter der Aachener Bachtage ist Georg Hage seit 2008 Gastgeber und musikalischer Partner international renommierter Künstler und Ensembles. So waren in den letzten Jahren u. a. Hannah Morrison, Gottfried von der Goltz, Martin Schmeding, Ludger Rémy, Robert Hill, Concerto Köln, Les Cornet Noirs und die Prager Philharmoniker zu erleben.

Mit den 45. Aachener Bachtagen ist eine auf insgesamt vier Jahre angelegte Folge von Bachtage-Zyklen eröffnet worden, die sich nacheinander den vier Elementen widmet: Feuer und Flamme lautete das Motto der 45. Aachener Bachtage 2018, in deren Rahmen die Chöre des Aachener Bachvereins sowie der Bonner Kammerchor mit dem für Aachen komponierten Oratorium Der Sieg des Glaubens des Beethoven-Schülers Ferdinand Ries und Felix Mendelssohn Bartholdys Elias zwei wirkungsstarke chorsinfonische Highlights mit expliziter Feuersymbolik präsentiert haben. Das Motto Über-Irdisch stellte im Folgejahr 2019 die verschiedenen Facetten des Elements Erde in den Mittelpunkt und öffnete mit Giuseppe Verdis Messa da Requiem, Carl Philipp Emanuel Bachs Magnificat und Joseph Haydns Schöpfungsmesse gleichzeitig den Blick auf die Dimensionen, die über das Hier und Jetzt hinausgehen.

Wegen der Corona-Pandemie wurde die Folge von Bachtage-Zyklen, die sich den Elementen widmet, im Jahr 2020 bewusst unterbrochen und das ursprünglich geplante Motto Hoch in die Lüfte auf das Jahr 2022 verschoben. Ebenso wurde das für 2021 geplante Motto Stille Wasser, Stürmische Wogen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Die mehrfach umgeplanten 47. Aachener Bachtage unter dem veränderten Motto Glaube – Krise – Hoffnung mussten wegen des pandemiebedingten Konzertverbots bereits nach dem ersten Veranstaltungstag, dem 1. November 2020, abgebrochen werden, während die 48. Aachener Bachtage 2021 unter dem Motto Glaube - Krise - Hoffnung II mit großem Erfolg stattfinden konnten.

Hoch in die Lüfte lautet das Motto der 49. Aachener Bachtage vom 29. Oktober – 21. November 2022. Unter der künstlerischen Leitung von Kirchenmusikdirektor Georg Hage nimmt sich die diesjährige Auflage des traditionsreichen Musikfestes in sieben Veranstaltungen des Festivalmottos auf vielfältige Art und Weise an. Mit einer Folge eindringlicher Naturschilderungen wartet Joseph Haydns beliebtes weltliches Oratorium Die Jahreszeiten auf, während Bachs Himmelfahrts-Oratorium und die heitere Kantate Geschwinde, ihr wirbelnden Winde himmelwärts gerichtete Klänge versprechen. Flankiert werden die Auftritte der Chöre des Aachener Bachvereins durch Konzerte international renommierter Gäste, die sich der Luftsymbolik in der Gegenüberstellung von Bachs Werken mit denen seiner Vorgänger, Zeitgenossen und Nachfolger, dem Jazz und der Improvisation widmen. Gewonnen werden konnten das Ensemble für Alte Musik arcipelago, das Sinfonieorchester Aachen barock und die Philharmonie Südwestfalen (Landesorchester NRW) ebenso wie das Cembalo-Duo Grychtolik mit virtuosen Cembaloimprovisationen, Orgelprofessor Gerhard Gnann mit Musik bei Kerzenschein und das Jazzquartett Blue Note Bach mit spannenden Crossover-Klängen